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Fotopsychologie


Die Fotopsychologie ist ein vergleichsweise junges Gebiet der Psychologie. Sie wurde Mitte der achtziger Jahre durch das Werk von Günter Spitzing (Fotopsychologie, 1985) ins Leben gerufen und befaßt sich mit dem Einfluss der Fotografie auf das Verhalten und Erleben. So haben Menschen bildhafte Erinnerungen, sie denken (fast ausschließlich, wie z. B. Arnheim glaubt) in Bildern.

Martin Schuster entwickelte schließlich zu Beginn des Milleniums die Arbeit von Spitzing auf der Basis der Kunstpsychologie weiter. Doch "bietet die Kenntnissammlung nur einen Flickenteppich" (Schuster, M., 2005:3), der noch zur Weiterentwicklung einlädt. Spannend wird es die Plausibilität des bislang Dargestellten mit der eigenen Erfahrung zu vergleichen und weiterzuentwickeln.

Spitzing betrachtete die Fotografie unter vielen verschiedenen Aspekten, z. B. dem des Fotografiertwerdens, der Selbstinszenierung, dem Verhältnis des fotografischen Bildes zur Wirklichkeit und Realität, der Fotografie im Zusammenhang mit Wahrnehmung, Gedächtnis, Emotionalität, Ausdruck, der Fototherapie usw.

Sowohl die Psyche des Fotografen als auch des Fotografierten und des Bildbetrachters spielen in der Fotografie eine wichtige Rolle. Die Komplexität der Fotopsychologie wird zudem durch die Vielfalt des Umgangs mit der Fotografie, vom Alltagsknipser, engagierten Amateur bis hin zum professionellen Fotografen, unterstrichen.

Unsere Erinnerungen werden von Fotografien geprägt. Das Besitzen, das Machen oder auch nur die Erinnerung an Fotos kann in unser Verhalten und Erleben eingreifen.

Eine bedeutende Erweiterung der Fotografie durch die jüngsten, rasanten Entwicklungen der digitalen Fotografie, leistungsfähiger Bildbearbeitungs-Software sowie des Internets verleiht dem Stellenwert der Fotopsychologie eine noch nie dagewesene Bedeutung. Nicht zu Unrecht sprechen wir bei der annähernden Omnipräsenz der Bilder in den Neuen Medien heute von einer "Visuellen Kultur".
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